Das Theaterstück »Carmilla« ist eine Dramatisierung der gleichnamigen Erzählung von Sheridan Le Fanu von 872, geschrieben 1993 von Friedhelm und Ulrike Schneidewind; es wurde 1994 am Studio-Theater Saarbrücken uraufgeführt und im Logos-Verlag Saarbrücken veröffentlicht.
Von 1994 bis 2000 war die Saarbrücker Inszenierung über 60 Mal zu sehen, u. a. in Berlin, Bielefeld, Leipzig, Bad Dürkheim, Reutlingen, Georgien und Rumänien. 1997 wurde »Carmilla« in Pforzheim vom »Theater Bretthupferl« aufgeführt, 2007 vom »Theater Akteur« in Mechernich, 2010 von der »Jugend-Musik- und Kunstschule Maintal e. V.« und 2023 von »Das erste unordentliche Zimmertheater« Osnabrück.
Neben Dracula ist Carmilla eine der Figuren, die das Genre am stärksten geprägt haben; sie wird bis heute in feministischen und lesbischen Kreisen regelrecht verehrt. Die Geschichte um die lesbische Vampirin, die sich in das Haus eines pensionierten Militärs einschleicht, um dessen Tochter als Gefährtin zu gewinnen, gilt als der erste literarisch bedeutsame Vampirroman. Bram Stoker war von der Geschichte um die lesbische Vampirin so beeindruckt, dass Jonathan Harker im ursprünglichen Einleitungskapitel für »Dracula« das Grab der Gräfin entdeckt. Das Kapitel wurde später gestrichen, nach Stokers Tod aber als »Draculas Gast« veröffentlicht.
In dieser Neuauflage ist die zuletzt gespielte Inszenierung als Textskript enthalten; über den »Heidelberger Theaterverlag können die Aufführungsrechte erworben werden.
»Das aufgrund seiner Modernität, Komik, Bosheit und Erotik derzeit beste Vampirschauspiel« – so schwärmte 1999 die Zeitschrift ORKUS, »Vampirprogramm erster Güte« hieß es 1997 in der »Rheinpfalz«: »Das Kultstück lieferte alles an Information und Genuß, was es zu jener (unsterblichen?) Figur zu bieten gibt, wobei weder Witz noch Erotik zu kurz kamen.«